Kindererziehung und Studium

Kindererziehung und Studium geht das zusammen?

Im Gesetz über die Hochschulen und das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (Hochschulgesetz - HSG) in der Fassung vom 5. Februar 2016 ist vorgesehen, dass Studierenden, die mit ihren Kindern bis zu 14 Jahren zusammen wohnen, für die Erziehungsaufgaben Nachteilsausgleiche im Studium gewährt werden sollen.

§ 3 Aufgaben aller Hochschulen

"... (5) Die Hochschulen wirken an der sozialen Förderung der Studierenden mit. ... Hierzu berücksichtigen sie insbesondere die besonderen Bedürfnisse von ...

2. Studierenden und Promovierenden mit Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen, ... bei den Studienangeboten, der Studienorganisation und den Prüfungen. ..."

§ 52 Prüfungsordnungen

"... (4) War die oder der Studierende

1. wegen der Betreuung oder Pflege eines Kindes unter 14 Jahren oder eines pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen, ... nachweislich gehindert, die Prüfung innerhalb der in Absatz 3 Satz 2 bis 4 vorgegebenen Zeiträume abzulegen, gilt die in der Prüfungsordnung nach Absatz 3 Satz 2 und 3 getroffene Regelung auch dann, wenn die Prüfung in angemessener Frist nach Ablauf der Regelstudienzeit abgelegt worden ist, oder es werden entsprechende Zeiten gemäß Absatz 3 Satz 4 nicht auf das Überschreiten der Regelstudienzeit angerechnet. ..."

Aus § 52 resultiert im Klartext, dass Nachteilsausgleiche möglich sind. Ein Nachteilsausgleich ist z. B. die Erbringung einer Prüfungsleistung in einer anderen angemessenen Form in einem vergleichbaren Umfang. Das bedeutet nicht, dass Leistungen gestrichen werden, aber sie können abgewandelt werden, z. B. zeitliche Verlängerung, ... 

Diese Zitate aus dem Hochschulgesetz sollen verdeutlichen, dass das Gesetz den Hochschulen die Aufgabe gibt, die Belange von Studierenden mit Kindern in der Studienorganisation aufzunehmen. Die Bedürfnisse von Studierenden mit Kindern sind im universitären Alltag keine reine Privatsache.

In den verschiedenen Prüfungsordnungen der Europa-Universität Flensburg wurden entsprechende §§ analog zum Hochschulgesetz S-H aufgenommen.

In der universitären Praxis findet eine Anerkennung von Nachteilsausgleichen für Kindererziehung nicht immer reibungslos statt. Zum Beispiel Fehlzeiten bei einer Anwesenheitspflicht und eine entsprechende Kompensation durch Ersatzleistungen ist für Studentinnen und Studenten in der Praxis oft nicht realisierbar.

Probleme aus dem Unialltag  können die studentischen  Vertretern im AStA und im Senat nur aufgreifen und in den hochschulpolitischen Gremien die Interessen der Studierenden vertreten, wenn die Probleme konkret benannt werden.

Ihr könnt Informationen direkt per Email an die Sozialberatung des AStA senden, oder eine persönliche Beratung hierfür nutzen. Die Informationen werden dann an die studentischen politischen Vertreter weitergeleitet.

Eure Praxiserfahrungen sind wichtig!