Hochschulpolitische Meilensteine mit studentischer Federführung

Der AStA-Vorstand informiert: was ihr zum aktuellen Stand in Sachen HSG-Novelle und Semesterzeiten wissen solltet

Ein Kolumnenbeitrag von Henning Evers und Paul Weber

Die Europa-Universität ist eine Hochschule im ständigen Wandel. Das spüren vor allem die in Gremien engagierten Studierenden, die stellvertretend für die gesamte Studierendenschaft in Fachschaften, Ausschüssen, dem Senat und im AStA aktiv sind. Wir wollen uns in diesem Artikel auf zwei Hauptthemen beschränken: das Thema Anwesenheitspflicht und das Thema Semesterzeiten.

Mit dem neuen Hochschulgesetz ist vor allem ein Thema in unseren Fokus gerückt: die („ausgesetzte“) Anwesenheitspflicht.

Forderungen umgesetzt: Anwesenheitspflicht ausgesetzt

Klarer Kurs für ein freies und selbstbestimmtes Studium

Eure studentische Vertretung, der Allgemeine StudierendenAusschuss (kurz AStA), hat während der Erneuerung des Hochschulgesetzes viele Forderungen durchgesetzt!

Die wohl meist diskutierteste und öffentlichkeitswirksamste ist die erfolgte Aussetzung der Anwesenheitspflicht!
Was bedeutet das Konkret?!

Im SOMMERSEMESTER 2016 gilt für die Aussetzung der Anwesenheitspflicht vorerst folgende Regeln:

1. Eine verpflichtende Teilnahme an Veranstaltung darf als Teilnahmevoraussetzung nicht gelten.

2. Ausgenommen von dieser Reglung sind Sprachkurse, Praktika, praktische Übungen oder vergleichbare Lehrveranstaltungen

Was verstehen wir als AStA darunter?
Die Abschaffung der Anwesenheitspflicht ist eine Chance für ein gleichgestelltes, freieres, attraktiveres und selbstbestimmtes Studium. Warum ist das so?
Wir als Studierende haben viele Verpflichtungen: Studiumsfinanzierung, ggf. Betreuung von Kindern, Familienmitgliedern oder pflegebedürftigen Menschen, Engagement im Ehrenamt sowie die vielen Facetten unseres Studiums: Forschung, Sprachkurse, Praktika sowie weitere Angebote.

Alle diese Interessenfelder sind maßgebende und wichtige Elemente des Studierendenlebens! Die ausgesetzte Anwesenheitspflicht ermöglicht uns allen mit diesen Aktivitäten frei zu handhaben und gleichzeitig unser Studium selbst zu gestalten.

Wie geht der AStA mit dem Erfolg um?
Es liegt an Euch die Aussetzung der Anwesenheitspflicht für Euch persönlich umzusetzen. Der AStA sieht es als Flexibilisierungschance im Studium. Den Kritikern dieser Aussetzung können Studierende aufzeigen, dass sie selbstbestimmt und freiheitlich arbeiten können.

Weiterhin sieht der AStA die Aussetzung als eine Möglichkeit sich als Studierender im Bereich des Studiums und der Lehre innerhalb der EUF weiterzubilden und im Ausnahmefall eine Doppelbelegung im Stundenplan als Option zu verstehen.

Alle Studierenden streben nach dem Studium eine Tätigkeit an: Die Hochschule soll mit ihrer Ausbildung die theoretische Grundlage hierzu ermöglichen. Studierende können sich am kritischen Diskurs der Seminare beteiligen und sich einbringen! Stellt euch den Diskussionen und unterstützt eure Kommiliton*innen bei den zahlreichen Referaten sowie Vorträgen in den zahlreichen Veranstaltungen.

Aus Sicht des AStA sollten Studierende die Aussetzung der Präsenzpflicht nicht als Generalmittel nutzen, um die Lehre der Dozierenden zu bewerten. Honoriert gute Lehre durch Anwesenheit und lernt von schlechten Seminaren, wie man es nicht macht. Seid kritisch und äußert dies.

Wie geht es weiter?

Die studentischen Vertreter*innen erarbeiten gerade eine Vorlage zur Aufnahme der nötigen Änderungen zur Abschaffung der Anwesenheitspflicht, die dann im Senat/im Präsidium weitergehend diskutiert wird, sodass wir möglichst schnell zu festen Regelungen übergehen können.

Insbesondere welche Veranstaltungen unter praktische Übungen oder vergleichbare Lehrveranstaltungen fallen, muss transparent geregelt werden. Hierdurch können Ausnahmeregelungen getroffen - aber Sonderreglungen und Verwirrungen verhindert werden.

Sobald sich in dieser und anderen Änderungen durch das HSG Neuigkeiten ergeben, werden wir uns wieder melden!

Neue Semesterzeiten, Studierendenmeinung war entscheidend!

Das zweite Thema, über welches der AStA euch informieren will, bezieht sich auf die Thematik der Semesterzeiten. Auf der letzten Vollversammlung haben die Studierenden sich klar für eine Kompromissfindung, und nicht für eine „Entweder-oder-Variante“ („neue“ oder „alte“ Zeiten), entschieden. Unser Auftrag war, gegenüber dem Senat, diese Entscheidung im Rahmen einer Kompromissfindung zu vertreten.

So konnten die studentischen Vertreter*innen auf der Senatsklausurtagung vom 22./23.04. mit dem Themenschwerpunkt „Semesterzeiten“ mit weiteren anwesenden Vertreter*innen der Studierendenschaft maßgeblich zu einer konstruktiven Kompromissfindung beitragen und die verschiedenen Interessen in Sachen Semesterzeiten zusammengeführt.

Im Folgenden möchte der AStA euch über die Kompromissfindung bezüglich der Semesterzeiten aufklären, die für alle Studiengänge und Statusgruppen der Universität eine umsetzbare Lösung darstellt und bereits am 27.04.2016 im Senat abgestimmt worden ist, getreu dem Motto Helmut Schmidts: „Wer keine Kompromisse machen kann, ist für die Demokratie nicht zu gebrauchen.“

Der Lösungsansatz zu den Semesterzeiten ist die Einführung von international orientierten Campuszeiten, die als Eckpunkte den 01.03 und 01.09.2016 als Semesterbeginn und den Vorlesungsbeginn für Mitte März und Mitte September ansetzt.

Das Ziel aus Sicht der studentischen Vertreter*innen ist es nun, Flexibilisierungsfenster1 für die Studiengänge BABW und Master der Lehrämter an den Anfang des Herbstsemesters zu legen sowie andersherum im Frühjahr eine vorlesungsfreie Woche während der Ostertage zu garantieren. So können alle in diesen Studiengängen betroffenen Statusgruppen bspw. zu Tagungen reisen oder die Praktikazeiträume in Bezug zu den sich verschiedenen schulischen Ferienzeiten dementsprechend flexibel gehandhabt werden. Besonders zu Zeiten der Herbstferien kann diese vorangestellte „Flexi-Woche“ eine entscheidende Rolle für einen ausgedehnten Praktikazeitraum haben.

Das IIM wird für Outgoings2 rechtzeitig fertig. Wartezeit zum Referendariat3 könnte mit einem zusätzlichen Wartemonat verhältnismäßig gering gehalten werden; zumal die Verlegung des Praxissemesters ins zweite MA Semester nun wieder ins Gespräch kommt, so dass eine Einstellung zum ersten Bewerbungszeitraum ggf. möglich wäre.

Wenn ihr zu diesem Artikel, zu unserer Arbeit oder zu weiteren Aktivitäten fragen habt freut sich der AStA Vorstand über eine Mail von euch. Ihr erreicht uns unter asta.vorstand@uni-flensburg.de

1 Flexibilisierungsfenster: In diesen Zeitfenster findet für alle oder vereinzelte Studiengänge oder Fachbereiche keine Lehre statt. Eine Vergleichbarkeit ist das bisherige Format der Zukunftswoche im Sommersemester

2 Outgoings sind Studierende, die während ihres Studiums die EUF bezüglich eines Auslandsaufenthalts verlassen oder ihr Studium an einem anderen Hochschulstandort fortführen.

3 Das hier bezeichnete Referendariat bezieht sich auf die weitergehende Ausbildung angehender Lehrer*innen nach ihrem abgeschlossenem Hochschulstudium.