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Experimentelle Projekt-Hochschule (1998)

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e p h - Experimentelle Projekt-Hochschule 07/1998
    
Nach dem Streik         

Die bundesweiten Streiks von Studierenden an den Hochschulen im Wintersemester 1997/1998 förderten in ihren praktischen Aktionen Kreativität. Einige TeilnehmerInnen waren motiviert, selbständig Projekte zu initiieren, Ideen umzusetzen. Ein Projekt firmierte als "experimentelle Projekt-Hochschule"(eph) und sollte auf dem Gelände des Flensburger Sandberg-Campus, nahe der 1998 fertiggestellten Zentralen Hochschulbibliothek, am Ende der Vorlesungszeit des Sommersemesters 1998 stattfinden.

Zielsetzung des Projekts         

Die studentischen OrganisatorInnen hatten das Projekt mit hohem Anspruch geplant:

"Wir wollen dem gegenwärtigen Hochschulmodell eine praktische Alternative entgegensetzen. Diese Alternative haben wir experimentelle Projekt-Hochschule (eph) genannt.
Wir sind einige Studis verschiedener norddeutscher Hochschulen, die das gegenwärtige Hochschulmodell unzulänglich finden.

  • Bildung ist mehr als Berufsqualifikation
  • dogmatische, einseitige und elitäre Denkmuster können durch aktives, schöpferisches Denken und Handeln ersetzt werden
  • das schöpferische Potential jedes Menschen entfaltet sich erst im gleichberechtigten Miteinander und mit dem Bewusstsein der Selbstbestimmtheit
  • Verantwortungsbewusstsein wächst mit dem Grad der Selbstbestimmung
  • hierarchische Strukturen hemmen das Interesse und die Motivation. Vermittlungsformen, die jeden aktiv in die Gestaltung des Lernprozesses einer Gruppe mit einbeziehen sind notwendig
  • qualifizierte Wissenschaft kann nur interdisziplinär sein.

 
Planung der eph         

Wie das gehen soll

Vorschläge für die Rahmenbedingungen des Projekts:

  • freie, themenbezogene Arbeitsgruppen und Projektwerkstätten sind die Grundlage der experimentellen Projekthochschule
  • die Mitglieder der Arbeitsgruppen / Projektwerkstätten sind in allen Entscheidungen gleichberechtigt
  • alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, freie Arbeitsgruppen / Projektwerkstätten ihrer Wahl vorzuschlagen und umzusetzen
  • Arbeitsgruppen und Projektwerkstätten können jederzeit beendet, umgewandelt und neu geschaffen werden
  • Tagesprotokolle der einzelnen Gruppen, die ausgehängt werden, gewährleisten die Nachvollziehbarkeit des Arbeitsprozesses und der Ergebnisse
  • ein tägliches Plenum dient dem Informationsaustausch
  • neben den Arbeitsgruppen / Projektwerkstätten können Vorträge über verschiedene Konzepte alternativer Schule / Hochschule und die Funktion von Erziehung, Bildung und Wissenschaft angeboten werden
  • an Vorträgen Interessierte können sich vorab ohne den Vortragenden mit dem Vortragsthema auseinandersetzen und darauf einstellen
  • die letzten Tage sind für die Präsentation der Ergebnisse aus allen Arbeitsgruppen und Projektwerkstätten vorgesehen.

Die bisher an der Ausarbeitung und Organisation beteiligten Studis sind aus Flensburg, Hamburg, Kiel und Lüneburg.
    

Klartext!

"Jetzt ist Schluss mit dem Gelaber!!" - lautete der provozierende Projektaufruf.

Leider fand das Projekt nicht die erhoffte TeilnehmerInnenzahl.