Numerus Clausus (NC)

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Was ist das?

Der sogenannte "Numerus Clausus" (NC) stellt eine Eingangsbarriere bezüglich des Hochschulzuganges dar. Nicht jede/r, der/die das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) innehat, kann damit auch nach seinen Wünschen frei studieren. Vielmehr muss die Abiturnote am Gymnasium bereits gut bis sehr gut sein, dass man Zugang zu stark nachgefragten Studiengängen bekommen kann. (Dies erklärt teilweise den Konformitätsdruck, den Kampf um Punkte in der gymnasialen Oberstufe.)

Manche Hochschulen nehmen am Verfahren der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) teil. Die ZVS regelt den Zugang zu den Studiengängen an diesen Hochschulen. Ausschlaggebend sind Abiturnote und ggf. Wartesemester.

Intervention

Der NC ist ein Instrument der Politik und der Hochschulen, den Zugang zu Hochschulen zu steuern und bedarfsgerecht zu beschränken. Gelegentlich gibt es aber Möglichkeiten, gegen diese Hürden anzugehen. Der AStA der Universität Hamburg hat dazu ein Dokument zur Studienplatzbeschaffung publiziert.

Das Dokument des AStA der Uni Hamburg haben wir hier als *.pdf hinterlegt. Wir können diese Informationen zur Verfügung stellen, weil der AStA der Universität Hamburg sie den Studierenden dankenswerterweise allgemein zugänglich gemacht hat. Wir geben sie weiter in der Hoffnung, weitere Infos aus Euren Recherchen zu erhalten.

 

Der Rechtsweg "Brehm [Rechtsanwalt Robert Brehm, Frankfurt/Main] nutzt für seine Klienten die starre Hochschulgesetzgebung aus. Die Unis müssen vor Gericht nachweisen, dass ihre Kapazität an Studienplätzen tatsächlich erschöpft ist. Die wird in einem über 20 Jahre alten, bürokratischen Verfahren ermittelt, das Hochschullehrer, Räumlichkeiten, Lehrdeputate und Betreuungsrelationen zu einem so genannten Curricularnormwert verrechnet, nach dem sich die Zahl der Studienanfänger bestimmt."
(Quelle: Hinrichs, Per: "Viel Input, wenig Output". In: Der Spiegel, 50/2003, S. 72) .


Universität Flensburg

Auch an der Universität Flensburg wurden in den letzten Jahren NC's eingeführt, um den Andrang der BewerberInnen einzuschränken. Die Zulassung an der Uni Flensburg ist jedoch (noch) nicht an die ZVS gekoppelt.

Position des AStA

Der NC mag kurzfristig an der jeweiligen Hochschule den Andrang einschränken und nützlich sein. Gesellschaftlich bieten sich den abgelehnten StudienplatzbewerberInnen aber keine beruflichen Alternativen zu einem Hochschulstudium (Stichwort: Lehrstellenmangel). Der AStA lehnt die Installation von NC's ab. Dieses Land ist wohlhabend genug, um für seine Menschen umfassende Bildungsangebote zu finanzieren.

Wir lehnen es kategorisch ab, Menschen den Hochschulzugang zu verweigern! Wer sich für ein Studium entscheidet, trägt bereits finanzielle Risiken, nämlich dass er/sie sich in den Studienjahren keine Rücklagen für die spätere Rente bilden kann und dass die Studienzeit nicht auf die Rente angerechnet wird. Eine Jobgarantie bietet ein Studium ebenfalls nicht, wenn der Abschluss nicht nachgefragt wird am Arbeitsmarkt.

Entsolidarisierung

Es mag KommilitonInnen geben, welche der Ansicht sind: "Das Boot [die Hochschule] ist voll." - Dieses spricht leicht, wer selbst schon trocken im Boot sitzt. Es ist vergleichbar mit der "Solidarität", die manche AbsolventInnen von Schule oder Hochschule offenbaren, nachdem sie ihre Abschluss-Urkunde erhalten haben: "Das Abitur bzw. das Diplom war viel zu leicht, es muss (jetzt!) schwerer ... äh niveauvoller werden."

Hat man das Zertifikat erst selbst in der Tasche, fällt es von sicherer Warte aus leicht, die Anforderungen an andere, welche sich für die Urkunde noch strecken müssen, weiter zu erhöhen. Ist das Motiv ausschlaggebend, zukünftige Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt abzuschütteln? Oder aber ist es die nationale Sorge über das Einstiegsniveau ehemaliger KommilitonInnen und zukünftiger BerufsanfängerInnen am "Standort Deutschland"?

Der AStA distanziert sich von diesen Thesen! Nur solange Studierenden Gestaltungsspielräume bleiben, können sie experimentieren, ihre Weltsicht erweitern. Durch ökonomischen Anpassungsdruck uniformierte AbsolventInnen fördern gerade nicht den Erhalt einer "freiheitlich demokratischen Grundordnung"!