Es ist mal wieder soweit: Wahlen an der Uni! Alle Infos findest du hier.
Wie der geneigte Studierende die Kandidaten seines/ihres Vertrauens wählen kann, findet ihr bei der "Sendung ohne Maus" vom CampusTV Flace.24

Wir sind dafür!

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Nanu?

Es gibt Menschen, die vermuten, "der AStA" sei prinzipiell "dagegen"! Selten kann man diesen Eindruck korrigieren, da zum Austausch von Gründen, die für oder gegen eine Sache sprechen, zu wenig Zeit bleibt. An dieser Stelle soll daher eine Differenzierung erfolgen.

Wir sind dafür!

Wir sind für eine gesicherte materielle Existenz aller Menschen!
Da die jährliche Steigerung der Produktivität des Gemeinwesens dies potentiell ermöglicht, sind wir für ein Studium und für Bildung für alle!
Wir sind für die Wahlfreiheit des Schul- und Bildungsweges für alle!
Wir sind für die Einführung eines Bildungsjahres für alle, vergleichbar der Wehrpflicht bzw. dem Zivildienst, finanziert wie die Wehrpflicht!
Wir sind für finanziell gesicherte Studienmöglichkeiten, BAföG für alle!
Wir sind für eine Wissenschaft, deren Erkenntnisse in politisches Handeln umgesetzt werden!
Wir sind für demokratische Prozesse, in denen die Argumente von allen Menschen zu hören sind - möglich durch das Internet!
Wir sind für Arbeitsprozesse, in denen alle Beteiligten Gehör finden!
Wir sind für eine Abschaffung des Leistungsdruckes, damit Menschen lernen, sich Fähigkeiten gründlich anzueignen!
Wir sind für eine sachliche und objektiv vollständige Darstellung der Geschichte, welche die Sicht aller Beteiligten darstellt!
Wir sind für friedliche Lösungen weltweit, bei denen Menschen nicht ein ihnen fremder Wille mittels Gewalt aufgezwungen wird!
Wir sind für die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen!
Wir sind für Diskussionen und gute Argumente!
Wir sind für Vernunft und Wahrheit!

 

"Das kann ich mir nicht vorstellen!"

So lautet eine historische Bedingtheit. Vor nur 200 Jahren konnten Menschen sich "nicht vorstellen", Reisen ins All zu unternehmen, 4.000 m tief zu tauchen, in Autos über Straßen zu fahren, weltweit zu reisen und zu telefonieren, 40 Stunden pro Woche für Lohn zu arbeiten usw.

Dass eine Sache hier und heute nicht vorstellbar ist, bedeutet nicht, dass sie in naher oder ferner Zukunft nicht realisierbar wäre. Seien wir realistisch, fordern wir das "Unmögliche"!

Wenn es immer wieder an dem "lieben" Geld mangelt, ist die Frage:
Warum eigentlich "muss" Geld knapp sein, wenn es so viele Arbeitskräfte, so viel Grund und Boden und noch mehr Waren gibt?

Wir sind dagegen.

Wir sind gegen das, was verhindert, was wir oben befürwortet haben.

Wir sind gegen ein Studium, dessen Qualität ständig unter Geldnot leidet und das sich deshalb instrumentell nur am Prüfungsergebnis und nicht an den Inhalten orientiert.
Wir sind gegen Reglementierungen und Sortierungen, die Menschen vom Studium ausschließen.
Wir sind gegen "höhere" Mechanismen, die Menschen als "unbegabt" erscheinen lassen und für niedere Dienste selektieren.
Wir sind gegen hierarchische Strukturen, die für die unteren Ebenen nur funktionales Dienen bzw. Service* vorsehen.
Wir sind gegen eine finanzpolitisch produzierte Kreditfinanzierung des Studiums.
Wir sind gegen menschenunwürdige Studien- und Arbeitsbedingungen.
Wir sind gegen Ideologie, Lügen und Propaganda.

Conclusio

Die Gegenüberstellung zeigt, dass wir nicht kategorisch dagegen sind, sondern im Gegenteil, sehr wohl differenzieren, welche Sache zu befürworten oder abzulehnen ist. Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass die Umsetzung dieser Forderungen gesellschaftliche Verhältnisse zum Besseren wendet in Richtung Vernunft.


Anmerkungen

*) "Service" stammt von "servire", lateinisch, Verb für "dienen".

"servio [1. Person Indikativ Präsens Aktiv von servire] ...
1. Sklave sein, dienen (... in völliger Knechtschaft leben).
2. ... geknechtet od. untertan sein ... belastet sein ... zu etw. dienen, taugen ... gefällig sein, willfahren ... sich fügen, gehorchen, sich nach etw. richten ... e-r Sache frönen, sich hingeben od. widmen."
"servus ...
1. adj. dienstbar, sklavisch, knechtisch ...
2. subst. Sklave, Knecht in rechtlicher u. pol. Hinsicht."

Quelle:
Langenscheidt (Hrsg.): Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch. Erw. Ausgabe 1983. Berlin und München: Langenscheidt 1987, S. 1096.

Der Begriff steht demnach im Widerspruch zum Ideal einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. "Zu etw. dienen, taugen" bedeutet, Mittel für einen (fremden) Zweck zu sein, was dem bürgerlichen Ideal von Mündigkeit widerspricht.