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Es ist mal wieder soweit: Wahlen an der Uni! Alle Infos findest du hier.
Wie der geneigte Studierende die Kandidaten seines/ihres Vertrauens wählen kann, findet ihr bei der "Sendung ohne Maus" vom CampusTV Flace.24
CampusCamp (2005)
Einleitung
Nach der Vollversammlung der Studierendenschaft der Universität Flensburg am 02.02.05 bildete sich die Arbeitsgruppe "Aktionen gegen Studiengebühren". Sie ist eine Reaktion auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom 26.01.05, die Entscheidung über die Einführung von Studiengebühren in die Hoheit der Bundesländer zu verlegen - entgegen der Vorgabe des Hochschulrahmengesetzes (HRG).
Auf ihren Treffen fasste die AG "Aktionen gegen Studiengebühren" den Entschluss, demonstrativ für ein kostenfreies Studium zu campen und damit zu verdeutlichen, in welche materielle Existenznot studierwillige junge Menschen geraten, wenn man ihnen zusätzlich zu ihren privaten Kosten für Lebensmittel, Miete, Versicherungen, Bücher und Fahrtkosten auch noch Studiengebühren für den Besuch der Hochschule abverlangt. Angesichts dieser existenziellen Bedrohung vieler Studierender (~63% der Studierenden finanzieren ihr Studium durch Nebenjobs; vgl. 17. Sozialerhebung des Studentenwerks) und ihres schulischen Bildungsweges durch zusätzlich erhobene Studiengebühren stellt sich für viele die bittere Frage: Wohnst du noch oder campst du schon?
Die Aktion Campen für ein kostenfreies Studium
Die Situation Bundesweit wird das öffentliche Bildungswesen in einen auf Profit ausgerichteten Dienstleistungssektor transformiert. Damit werden die Hochschulen gezwungen, zunehmend mehr nach Management-Kriterien zu operieren. Wie in großen Wirtschaftsbetrieben auch, bleiben Überflüssige dabei außen vor. Überflüssig ist, wer sich ein Studium unter finanziellen Aspekten nicht leisten kann. Dies wiederspricht dem im Grundgesetz verankerten Grundsatz, dass Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind. Sie sind damit an Geld gebunden.
Warum campen wir? Mit dem Camp wollen wir verdeutlichen, dass bei der Privatisierung gesellschaftlichen Eigentums die Realität einzelner Menschen in den Hintergrund gestellt wird. Zukünftig werden sich Menschen harten Zumutungen aussetzen müssen, wenn sie die "Ware Bildung" weiterhin "konsumieren" wollen. Dazu könnte auch der Verzicht auf ein WG-Zimmer, z. B. für die Sommermonate gehören. Dies wollen wir mit unser Aktion verdeutlichen. Wir wenden uns gegen die Zumutungen neoliberaler Politik. Wir sind gegen die Ausgrenzung von der Universität im Speziellen und von gesellschaftlicher Teilhabe im Allgemeinen.
Das passiert:
Mensa-Interviews: 11., 13. und 14.04., 12:00-14:00 Uhr.
Vollversammlung: 12.04, 11:30 Uhr.
Diskussionsabend: Argumente gegen Studiengebühren, 13.04., 20:00 Uhr.
Volksküche: 14.04., 18:30 Uhr.
Freie Treffen und Parties am WE, u. a. im Kühlhaus, 16.04., 21:00 Uhr.
Die Praxis des Jonglierens: 18.-20.04., 16:00-18:00 Uhr.
Leseabende im Gemeinschaftszelt: 18.-21.04., 18:00-19:30 Uhr.
Spieleabend im Gemeinschaftszelt: 19.04., 19:00 Uhr.
Open Stage Abend mit freier Kunst: 21.04..
Diskussionsabend im Camp: 27.04..
>>> Näheres am Infostand im Camp <<<
Das Camp ist immer für alle* offen - auch für Deine Ideen!
Das Camp lebt vom Mitmachen! Gestaltet das Camp mit!
Fußnote *) Herzlich eingeladen sind ausdrücklich alle Studierenden unabhängig von sozialem Status, Geschlecht oder Herkunft bzw. Hochschule. Wir erwähnen dies, weil der AStA einer benachbarten Hochschule die Verteilung von Info-Flyern auf "seinem" Hochschulgelände untersagt hat. Mündige Menschen sollten eigentlich selbst entscheiden können, welche Informationen sie sich zugänglich machen.
Kurzes Fazit
Das Camp hat den Campus über drei Wochen vom 11.04.-30.04.05 belebt. Nach einer grundsätzlichen Debatte ging das Camp am 25.04. in die 3. Woche und endete am Vorabend des 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Die Studierenden haben gezeigt, dass sie die Einführung von Studiengebühren nicht einfach hinnehmen. Studiengebühren stellen eine existenzielle Bedrohung für viele Studierende dar, und die Kündigung der Wohnung und alternatives Wohnen wären die zynische Konsequenz auf die Zwangsgebühren. Wer sich einbildet, dass solche Bedingungen die Qualität der Hochschulbildung verbessern würden, hätte dies im Camp empirisch überprüfen können: Kälte und Wind sind keine guten Begleiter wissenschaftlichen Arbeitens. Die CamperInnen haben vorerst entschieden, im Studienalltag neue Kräfte zu sammeln.
Der Dank gilt allen, die durch ihren Einsatz und ihre Kreativität für Leben im Camp und am Campus gesorgt haben! Er gilt allen, die sich für das Projekt interessiert haben, die neugierig waren, bestehende Meinungen zu reflektieren und zu kritisieren. Die CamperInnen haben die Vorstellung von Gemeinschaft gelebt, indem sie sich gemeinsam gegen die Einführung von Studiengebühren positioniert haben. Sie haben sich auch für andere eingesetzt, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht zum campen in der Lage waren. Eines gilt am Ende der drei Wochen als sicher: Beim nächsten Mal werden es mehr werden.


