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Wissenschaft
Kriterium von Wissenschaft
"Wissenschaft ist eine gesellschaftliche Tätigkeit, in der - nach einer Formel der UNESCO - die Menschen »eine planvolle Anstrengung« unternehmen, durch das »objektive Studium beobachtbarer Phänomene Kausalzusammenhänge zu erkennen und zu beherrschen« und »aus dem Verständnis der in der Natur und in der Gesellschaft zu beobachtenden Prozesse und Phänomene Nutzen zu ziehen« - »zum Wohl der Menschen«."
(aus: "Empfehlungen zur Stellung der wissenschaftlichen Forscher, verabschiedet von der 18. Generalkonferenz der UNESCO, 23.11.1974.
Quelle: KÜHNL, Reinhard: Faschismustheorien. Texte zur Faschismusdiskussion 2. Hamburg: Rowohlt 1979, S. 16)
Ein Philosoph hat einmal festgestellt:
Wissenschaft bedeutet, mit Anspruch auf Wahrheit Theorie zu betreiben.
Wissenschaft sollte darstellen, wie Dinge entstanden und geworden sind, wie sie funktionieren und welches Prinzip den Erscheinungen zugrunde liegt; sie sollte nach Ursachen forschen und rationale Begründungen angeben, deren systematische Darlegung in kontinuierlicher Reflexion der gegenständlichen Praxis als Theorie, als systematische Erklärung von Praxis, bezeichnet werden kann.
Wahrheit sollte kein bloß vorgestelltes Absolutes sein, sondern die logische Übereinstimmung des Gedachten mit der gegenständlichen, materiellen Welt; sie sollte an der betrachteten Sache, am zu beurteilenden Gegenstand auf Widersprüchlichkeit geprüft werden. Es gibt nicht "die eine Wahrheit", sondern so viele Wahrheiten, wie es in der Welt Gegenstände gibt, die es zu erklären gilt.
Diesem Anspruch sind wir verpflichtet, denn unsere Aufgabe besteht nach § 28 (1) Satz 3 HSG darin, "zu allen Fragen Stellung zu nehmen, die sich mit der Anwendung der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf und der Abschätzung der Folgen für Gesellschaft und Natur beschäftigen."
Prinzip
Prinzip und Phänomene
Ein Vertreter des deutschen Idealismus, J. G. Fichte, hat das Verhältnis vom Prinzip zu den verschiedenen Phänomenen, d. h. den durch ihr Wesen bedingten Erscheinungsformen als wissenschaftlichen Maßstab bestimmt:
"Philosophisch aber kann nur diejenige Ansicht genannt werden, welche ein vorliegendes Mannigfaltiges der Erfahrung auf die Einheit des Einen gemeinschaftlichen Princips zurückführt, und wiederum aus dieser Einheit jedes Mannigfaltige erschöpfend erklärt und ableitet."
An Empirie, die z. B. Geschichte qualitativ zu erklären beansprucht, kritisiert er:
"Der blosse Empiriker, falls er an eine Beschreibung des Zeitalters ginge, würde manche auffallende Phänomene desselben, so wie sie sich ihm in der zufälligen Bestimmung darböten, auffassen und herzählen, ohne je sicher seyn zu können, dass er sie alle erfasst hätte, und ohne je einen andern Zusammenhang derselben angeben zu können, als den, dass sie nun eben in Einer und derselben Zeit beisammen seyen. Der Philosoph, der sich die Aufgabe einer solchen Beschreibung setzte, würde unabhängig von aller Erfahrung einen Begriff des Zeitalters, der als Begriff in gar keiner Erfahrung vorkommen kann, aufsuchen, und die Weisen, wie dieser Begriff in der Erfahrung eintritt, als die nothwendigen Phänomene dieses Zeitalters darlegen; und er würde in dieser Darlegung die Phänomene begreiflich erschöpft, und sie in der Nothwendigkeit ihres Zusammenhanges untereinander vermittelst ihres gemeinsamen Grundbegriffs abgeleitet haben. Jener wäre der Chronikenmacher des Zeitalter, dieser erst hätte einen Historiographen desselben möglich gemacht."
Quelle: FICHTE, Johann Gottlieb: Die Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters (1806). In: Fichtes Werke, Hrsg. von I. H. Fichte, Bd. VII, Berlin 1971, S. 4 f.
Warum wissen wollen?
Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac beantwortet die Frage nach dem Wissen und implizit dem Lernen in seinem Roman Das Chagrinleder literarisch:
"Das Wollen verzehrt uns, und das Können zerstört uns; aber das Wissen läßt unsern schwachen Organismus in einem immerwährenden Zustand der Ruhe beharren."
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Für alles Erkennen ist das Fragen (und Offenheit) die Voraussetzung. Welches aber sind die entscheidenden Fragen? Immanuel Kant hat systematisch die zentralen Fragen gestellt und im wesentlichen beantwortet in seinen Kritiken, welche eine Analyse der (menschlichen) Vernunft darstellen. >>
Politik in Pädagogik
Pädagogik wird vollzogen in Gesellschaft. Das Erziehen von Menschen ist auf bestimmte Zwecke ausgerichtet. Wer aber setzt diese Zwecke? Wem nützt der in der pädagogischen Situation enthaltene Zweck: dem Erzieher, dem Zögling oder anderen? - Paulo Freire hat im Rahmen seiner pädagogischen Arbeit in Brasilien einige Thesen formuliert.
Praxis und Theorie
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Kritik bürgerlicher Wissenschaft
Gelegentlich behaupten AkademikerInnen, ihre wissenschaftlichen Untersuchungen seien politisch wertfrei. Kann es eine Trennung von Wissenschaft und Politik geben? Ob es eine solche Trennung geben kann und welche gesellschaftliche Konsequenz eine Trennung implizit hat, ist hier zu lesen. >>


